{"id":2779,"date":"2018-11-25T15:32:23","date_gmt":"2018-11-25T15:32:23","guid":{"rendered":"https:\/\/jewsineastprussia.de\/heydekrug-eng\/"},"modified":"2019-10-20T01:25:20","modified_gmt":"2019-10-19T23:25:20","slug":"heydekrug-eng","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/jewsineastprussia.de\/de\/heydekrug-eng\/","title":{"rendered":"Heydekrug (Dt)"},"content":{"rendered":"<h3>Besch\u00e4ftigung mit Quellen zum Kreis Heydekrug f\u00fcr das 19. Jh. und die Zeit bis 1919 (Abtrennung des Gebietes von Deutschland)<\/h3>\n<figure id=\"attachment_2769\" aria-describedby=\"caption-attachment-2769\" style=\"width: 250px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2769\" src=\"https:\/\/jewsineastprussia.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Heydekrug-Map-Gr-203x300.jpg\" alt=\"Heydekrug Memelland\" width=\"250\" height=\"370\" srcset=\"https:\/\/jewsineastprussia.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Heydekrug-Map-Gr-203x300.jpg 203w, https:\/\/jewsineastprussia.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Heydekrug-Map-Gr.jpg 490w\" sizes=\"(max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2769\" class=\"wp-caption-text\">based on OpenStreetMap<\/figcaption><\/figure>\n<p>Heydekrug war von 1815-1919 ein Landkreis in Preu\u00dfen, in der Provinz Ostpreu\u00dfen mit einer Fl\u00e4che von 803,32 km2, in dem 42.143 Einwohner (1898) lebten. Die gr\u00f6\u00dften Ortschaften des Kreises waren Heydekrug und Ru\u00df.<\/p>\n<p>Heydekrug ist seit 1511 durch eine Urkunde des Deutschordenskomtur von Memel belegt. Innerhalb der Verwaltungsreform Friedrich Wilhelm I wurde die Stadt zum Sitz eines Dom\u00e4nenamtes. Seit 1815 war hier der Sitz des Landratsamtes und so auch der wirtschaftliche Mittelpunkt des Kreises. Der Marktflecken an der Sziesze konnte im 19.Jh. Ziegeleien und eine Dampfm\u00fchle aufweisen. Erw\u00e4hnenswert waren der Fisch- und Schweinehandel. Die Einwohnerzahl wuchs von 348 (1871) auf 415 (1898). Heute geh\u00f6rt der Ort zu Litauen und hei\u00dft \u00d0ilut\u00eb.<\/p>\n<p>Ru\u00df ist ein Dorf am gleichnamigen n\u00f6rdlichen M\u00fcndungsarm der Memel. Um 1366 wurde f\u00fcr das S\u00fcdufer des Flusses ein Deutschordenshaus erw\u00e4hnt. Seit 1498 ist auch der Krug des Ortes belegt. In dem Dorf wurden Lachsfischerei, Holzhandel und Schiffahrt betrieben. Die Einwohnerzahl wuchs von 1952 (1871) auf 2120 (1898). Heute liegt der Ort an der Grenze zwischen Litauen ud dem Kaliningrader Gebiet und tr\u00e4gt den Namen Rusn\u00eb.<\/p>\n<p>\u00dcber die Situation der Juden in Ru\u00df wird in den\u00a0<a href=\"http:\/\/www.judeninostpreussen.de\/front_content.php?idcat=105&amp;lang=10&amp;client=13\">Lebenserinnerungen &gt;&gt;<\/a>\u00a0des Landarztes Arthur Kittel berichtet.<\/p>\n<p>Auf der Basis von Unterlagen zur Synagogengemeinde, Angaben zur Z\u00e4hlung j\u00fcdischer Schulkinder und Dokumenten zur Zu-und Abwanderung entsteht eine Datenbasis f\u00fcr den Landkreis mittels der Aussagen zur Ansiedlung, Familiengr\u00f6\u00dfe, Migration etc. getroffen werden k\u00f6nnen. (Da bereits eine Datenbasis f\u00fcr den Landkreis Fischhausen &#8211; einen Bereich s\u00fcdwestlich von K\u00f6nigsberg &#8211; erstellt wurde, kann dann ein Vergleich innerhalb der Region angestellt werden, wobei u.a. der Einflu\u00df der Grenze zu diskutieren ist.)<\/p>\n<p>Das Geflecht der Beziehungen zwischen den Juden zu beiden Seiten der Grenze ist bisher wenig erforscht worden. Rege Kontakte gab es auf alle F\u00e4lle, in erster Linie aus wirtschaftlichen Gr\u00fcnden. Dazu z\u00e4hlen auch die zahlreichen Aufenthalte j\u00fcdischer Kaufleute in Tilsit. Eine weitere Fragestellung zielt auf die grenz\u00fcberschreitende Migration &#8211; sowohl die legale Zuwanderung wie auch die unerlaubten Aufenthalte &#8211; und die Restriktionen der preu\u00dfischen Beh\u00f6rden darauf.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Kreis Heydekrug k\u00f6nnen alle Zuwanderungen f\u00fcr den Zeitraum 1886-1902 benannt werden sowie die Reaktion der preu\u00dfischen Beh\u00f6rden, die entweder einen Ausweisungsbefehl erliessen oder befristete Aufenthaltsgenehmigungen erteilten, wobei auch Beschr\u00e4nkungen auferlegt wurden. Ebenso ist der Erwerb der deutschen Staatsangeh\u00f6rigkeit vermerkt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2771\" aria-describedby=\"caption-attachment-2771\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-2771 size-medium\" src=\"https:\/\/jewsineastprussia.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/heydekrug2-300x185.jpg\" alt=\"Heydekrug Russ\" width=\"300\" height=\"185\" srcset=\"https:\/\/jewsineastprussia.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/heydekrug2-300x185.jpg 300w, https:\/\/jewsineastprussia.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/heydekrug2.jpg 474w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2771\" class=\"wp-caption-text\">Kursiu mare 1995<\/figcaption><\/figure>\n<p>Es f\u00e4llt auf, da\u00df es sich bei den Zuwanderern vorrangig um Juden handelt, die aus der Zemaitija, dem benachbarten Westlitauen stammen &#8211; also eine Migration mit kurzen Distanzen. (Dar\u00fcber hinaus gab es gleichfalls andere Zuwanderergruppen im gleichen Zeitraum. Deren Relation zu den j\u00fcdischen Migranten sollte gleichfalls er\u00f6rtert werden.)<\/p>\n<p>Zweifellos hatten diese Wanderungsbewegungen auch Einflu\u00df auf famili\u00e4re Beziehungen. F\u00fcr den Kreis Heydekrug liegen Dokumente f\u00fcr alle j\u00fcdischen Eheschlie\u00dfungen zwischen 1848\u00a0 &#8211; 1872 vor, aus denen nicht nur hervorgeht, da\u00df etwa 50% der dort ans\u00e4ssigen j\u00fcdischen B\u00fcrger in jenem Zeitraum Ehen mit Frauen eingingen, die keine preu\u00dfische Staatsangeh\u00f6rigkeit besa\u00dfen (sie stammten u.a. aus Lettland, Litauen und Polen). Die Aufgebotsakten, Leumundsscheine und Schriftst\u00fccke geben einen guten Einblick, wieviel Papiere und b\u00fcrokratischer Aufwand f\u00fcr das Schlie\u00dfen einer\u00a0<a href=\"http:\/\/www.judeninostpreussen.de\/front_content.php?idcat=121&amp;lang=10&amp;client=13\">j\u00fcdischen Ehe<\/a>\u00a0in Preu\u00dfen n\u00f6tig waren.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2775\" aria-describedby=\"caption-attachment-2775\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-2775 size-medium\" src=\"https:\/\/jewsineastprussia.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/heydekrug3-300x235.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"235\" srcset=\"https:\/\/jewsineastprussia.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/heydekrug3-300x235.jpg 300w, https:\/\/jewsineastprussia.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/heydekrug3-768x602.jpg 768w, https:\/\/jewsineastprussia.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/heydekrug3-1024x803.jpg 1024w, https:\/\/jewsineastprussia.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/heydekrug3.jpg 1043w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2775\" class=\"wp-caption-text\">Sembritzki, History of the District of Heydekrug, Memel 1920<\/figcaption><\/figure>\n<p>Synagogengemeinden existierten in den Kreisgrenzen, in denen es zumeist nur eine Synagoge und einen Rabbiner gab. Die Entfernungen waren weit und so mangelte es auch an Religionsunterricht f\u00fcr die j\u00fcdischen Kinder. In einigen F\u00e4llen ist belegt, da\u00df die Kinder Unterricht von einem Rabbiner aus Litauen unterrichtet wurden, in einem anderen Fall luden 50 arme j\u00fcdische Familien im Kreis Ragnit einen Melamed aus Kaunas ein, der jedoch bald von den reichsdeutschen Beh\u00f6rden ausgewiesen wurde. Die Gemeindegr\u00f6\u00dfe schwankten, da es immer wieder Zuzug von jenseits der Grenze und Abwanderung in das Landesinnere gab.<\/p>\n<p>Heydekrug war ein typischer Landkreis mit vielen kleinen D\u00f6rfern. Aussagen zu Wohnorten der Juden stehen auf der Seite\u00a0<a href=\"http:\/\/www.judeninostpreussen.de\/front_content.php?idcat=122&amp;lang=10&amp;client=13\">Statistik<\/a>.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Gemeinden Heydekrug und Ru\u00df liegen ebenfalls Heberollen vor. Mit Hilfe dieser Quelle lassen sich Aussagen \u00fcber die wirtschaftliche Situation der Gemeindeglieder treffen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/jewsineastprussia.de\/de\/413-2\/\">Zum Verzeichnis Orte in Ostpreussen A-Z &gt;&gt;<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besch\u00e4ftigung mit Quellen zum Kreis Heydekrug f\u00fcr das 19. Jh. und die Zeit bis 1919 (Abtrennung des Gebietes von Deutschland) Heydekrug war von 1815-1919 ein Landkreis in Preu\u00dfen, in der Provinz Ostpreu\u00dfen mit einer Fl\u00e4che von 803,32 km2, in dem 42.143 Einwohner (1898) lebten. Die gr\u00f6\u00dften Ortschaften des Kreises waren Heydekrug und Ru\u00df. Heydekrug ist [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"class_list":["post-2779","page","type-page","status-publish","hentry","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/jewsineastprussia.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2779","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/jewsineastprussia.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/jewsineastprussia.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/jewsineastprussia.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/jewsineastprussia.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2779"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/jewsineastprussia.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2779\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4563,"href":"https:\/\/jewsineastprussia.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2779\/revisions\/4563"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/jewsineastprussia.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2779"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/jewsineastprussia.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2779"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}