Hohenbruch Lager alt neu
Die beiden Gebäude der Kommandatur stehen noch

April 2019 – Unsere Exkursion führte uns nach Lauknen, das später zu Hohenbruch wurde und heute Gromovo auf Russisch heißt. Es liegt in einer sehr abgelegenen Gegend voller Sümpfe, Wasserkanäle, Wälder und ist ein langestrecktes Dorf aus vereinzelten Gehöften. Seit 2015 steht hier eine Informationstafel.

Informationstafel in Lauknen Gromovo

Hier befand sich ein Lager unter der Leitung der Gestapo Königsberg. Da Ostpreußen keine Konzentrationslager in der Nähe hatte, wurden Gegner und Opfer des Naziregimes hierher gebracht. Zunächst Sozialisten, Kommunisten und sogenannte Asoziale, später ostpreußische Juden, polnische Minderheit, Polen aus Grenzgebieten, Litauer und Tschechen, ab 1941 französische und russische Kriegsgefangene, 1943 Sinti und Roma aus einem Königsberger Lager. In den letzten Jahren waren zwischen 1.500 und 3.000 Insassen vor Ort. Hier sind wohl viele Tausend sehr grausam zu Tode gekommen. Wir wissen von 3 Personen die als Juden aus Ostpreußen hier waren:

Lauknen Hohenbruch Lager
Reisedokument Jewish Refugee

Artur Rowelski (aus Kaukehmen) gelang noch die Flucht nach Shanghai. Er berichtete in Briefen an Verwandte von der schweren Arbeit im Moor in Lauknen. 

Tilsit Sandelowski David

David Sandelowski (aus Tilsit) mußte auch in Lauknen arbeiten. Später kam er in die Deportation nach Minsk, bei dem am Ende alle vor Ort erschossen wurden.

Königsberger Radok Fritz

Die Frau und Söhne des Königsberger Unternehmers Fritz Radok berichteten ebenfalls, dass ihr Vater im Herbst 1939 in einem Arbeitslager im Kreis Labiau arbeiten mußte. Es ist davon auszugehen, dass es sich dabei ebenfalls um Lauknen handelte.

Die Geschichte dieses Lagers ist noch nicht so richtig erzählt worden. Sie birgt noch viele Geheimnisse, die es zu lüften gilt. Wir forschen weiter und sind für jeden Hinweis dankbar.

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