Mit Eindrücken eines Besuchs im August 2022

Mehlsack ist ein Städtchen in der ostpreussischen Landschaft Ermland, seit 1947 trägt es in Polen den Namen Pieniężno.

Synagoge Mehlsack

Drawing of Mehlsack inner city
Quelle: Barran, Fritz: Städte-Atlas Ostpreussen, Leer 1992, S. 46

Die kleine Backsteinsynagoge wurde 1860 in der damaligen Wormditter Straße errichtet. Anläßlich der Eröffnung wurde von den Anwesenden der „Ermländische Aussteuerverein“ gegründet, der arme jüdische Mädchen unterstützen sollte. Nach der Jahrhundertwende konnte sich die kleine Gemeinde keinen Rabbiner mehr leisten. Die Kultusbeamten wechselten häufig. 1938 wurde die Synagoge an die örtiche Baptistengemeinde verkauft. Trotzdem kam es während der Reichspogromnacht zu Verwüstungen im Inneren des Gebäudes. Während der Kampfhandlungen im Frühjahr 1945 wurde der Bau vernichtet, die Überreste später planiert. Gegenwärtig ist der vermutliche Standort der früheren Synagoge nicht bebaut.

Zwischen den beiden Strassen kann man Spuren von Fundamenten und Backsteinen sehen.
Anblick vom Rathausplatz kommend.

Jüdischer Friedhof in Pieniężno (Mehlsack)

Im 19. Jahrhundert wurde außerhalb der Stadt, am Rande des Judenbergs, eine jüdischer Friedhof eröffnet. Der auf einem rechteckigen Grundriss angelegte Friedhof hatte eine Fläche von etwa 0,2 ha. Auf dem ehemaligen jüdischen Friedhof befindet sich ein recht gut erhaltener Kriegsfriedhof für sowjetische Soldaten.

Heute befindet sich der Friedhof im nordöstlichen Teil des städtischen Friedhofs, direkt neben dem städtischen Stadion. Der alte Baumbestand des Friedhofs ist erhalten geblieben. (Angaben von POLIN Virtual Shtetl, https://www.sztetl.org.pl/en/towns/p/1014-pieniezno/114-cemeteries )

Gesamtansicht Jüdischer Friedhof Mehlsack
Gesamtansicht des Teilbereiches des kommunalen Friedhofs, der früher für Juden*innen vorgesehen war und auf dem sich heute der sowjetische Soldatenfriedhof mit Denkmal befindet.
Am Rande kann man klar den alten Baumbestand erkennen.
Entrance Jewish Cemetery Mehlsack
Friedhofseingang am Judenberg.

Menü schließen