Das Historische Museum Kleinlitauens hat für den 4. September in Klaipėda die Eröffnung der Ausstellung angekündigt.
LEON. Mit den Augen des Fotografen, 1925–1939
LEON. Through the Photographer’s Eyes, 1925–1939 / LEON. Fotografo žvilgsnis 1925–1939

Mažosios Lietuvos istorijos muziejus / Historisches Museum Kleinlitauens
Didžioji Vandens str. 2, Klaipėda
Eröffnung der Ausstellung: 4. September 2026, um 15 Uhr
Der aus Tauroggen stammende Fotograf Leonas Balk, der jedoch mehr als 20 Jahre in England lebte, fotografierte von 1925 bis 1939 in Klaipėda die unterschiedlichsten Kunden: Schüler, Studenten, Pfadfinder, Soldaten und Familien. Zu seinen wichtigen Kunden zählten die jüdischen Organisationen der Stadt. Außerdem fotografierte der Fotograf oft auch seine eigene Familie. Sein künstlerisches Vermächtnis, das hier zum ersten Mal ausgestellt wird, gewährt unerwartete Einblicke in die Vielfalt des städtischen Lebens.
Über den Fotografen
Leon Balk wurde 1878 in Tauroggen geboren und wanderte um 1900 zusammen mit seiner Frau Mina Blumenthal nach Großbritannien aus, wo er zunächst in Eastbourne und später in Bexhill-on-Sea ein Fotostudio betrieb. Im Jahr 1906 erlangte er die britische Staatsbürgerschaft. Nach dem Tod seiner noch jungen Frau im Jahr 1923 zog er mit seiner Tochter Bessie nach Memel, wo er 1925 Lina Bergmann heiratete. Dort wurden seine Tochter Judith (1926) und sein Sohn David (1929) geboren.
In der Hafenstadt etablierte sich Leon Balk schnell als erfolgreicher Fotograf. Sein scharfsinniger Blick, sein ästhetischer Anspruch und seine Aufmerksamkeit für die fotografierten Menschen führten zu lebendigen und ausdrucksstarken Aufnahmen. In ihnen offenbart sich ein facettenreiches Bild des Alltagslebens der Stadtbewohner.
Der Fotograf starb unerwartet am 17. März 1939, nur sechs Tage vor der Annexion des Memel-Gebiets durch die Nationalsozialisten. Seiner Witwe Lina gelang es, mit ihren beiden Kindern und mehreren Koffern zu fliehen. Da sie durch die Heirat mit Balk die britische Staatsbürgerschaft erworben hatte, wurden ihre beiden Kinder im britischen Konsulat in Berlin in ihren Pass eingetragen. Noch am selben Tag reisten alle nach Großbritannien weiter.
Über die Ausstellungtion
Leon Balk wurde dank der Bemühungen des britischen Forschers für Fotografiegeschichte Richard Schofield („Camera Obscura“) wiederentdeckt; er machte auch Balks Enkelkinder Martin Balk und Carol Ferguson ausfindig. Einen großen Beitrag leisteten Ruth und Michael Leiserowitz („Juden in Ostpreußen“), die Bilder in verschiedenen Archiven recherchiert haben. Dies ist die erste Einzelausstellung, in der Werke von Leon Balk aus den Jahren 1925–1939 präsentiert werden. Enkel und Urenkel werden an der Eröffnung teilnehmen.
Mehr über den Fotografen: https://www.leonbalk.lt/
Die Ausstellung ist bis zum 10. Oktober geöffnet.
Veranstalter und Partner der Ausstellung
Historisches Museum Kleinlitauens
Jüdische Gemeinde Klaipėda
Institut für Geschichte und Archäologie der Baltischen Region der Universität Klaipėda
Verein „Juden in Ostpreussen“
Verein “Camera Obscura”
Wir laden Sie herzlich ein, daran teilzunehmen
Plakat/Flyer:

