
Zum 6. Oktober gedenken und würdigen wir Moshe L. Meron (ehemals Max Ludwig Segall), ehemaliger stellvertretender Präsident der Knesset (Israelisches Parlament) und ex-stellvertretender Bürgermeister der Stadt Ramat Gan in Israel.
Auf Grund der Ereignisse am nächsten Tag, am 7. Oktober 2023 ist das Gedenken an ihn damals durch die dramatischen Nachrichten überdeckt worden.
Wir möchten dieses Jahr zum 6. Oktober an ihn erinnern. An jemanden, der sich immer als Optimist und glücklichen Menschen bezeichnet hat.
Er wurde vor 100 Jahren 1926 in Königsberg geboren. Er entstammt den bekannten königsberger Familien Georg Marx und Benjamin (Bunny) Simon, die sehr erfolgreich in ihren wirtschaftlichen Aktivitäten in Königberg waren und viel zum Wohl der Stadt und der Jüdischen Gemeinde beigetragen haben. Darüber gibt es in Zukunft noch viele zu Geschichten erzählen.



Im Alter von 10 Jahren kam er 1936 ins damalige Britische Mandatsgebiet Palestine und musste in einer neuen Umgebung anfangs ohne Sprachkenntnisse zurechtkommen.
Schließlich studierte er Jura und bekam als einer der letzten noch seine Zulassung unter der britischen Mandatsverwaltung. Seine Anwaltstätigkeit führte er sein ganzes Leben lang fort – er engagierte sich in der Politik, war viele Jahre stellvertretender Bürgermeister von Ramat Gan und auch ein Parlamentsmitglied der Knesset. Hervorheben wollen wir sein Wirken für die Verständigung zwischen Israel mit Deutschland und Österreich. Er gründete 1977 zwei parlamentarische Vereine für beide Länder und bekam dafür 1982 das Große Verdienstkreuz von Deutschland und 1991 das Große Goldene Ehrenzeichen von Österreich verliehen. In unzähligen Organisationen engagierte er sich für das Ehrenamt – sein Hobby war die Geschichte.



Wir vom Verein sind froh, dass wir seit 2016 mit ihm in Verbindung standen und er uns vertrauensvoll mit wertvollem Material für die Geschichte der Juden in Königberg aus seinen Familienerinnerungen unterstützt hat. Er ist in der in der Dauerausstellung des Museums in der wiederaufgebauten Synagoge in Kaliningrad als einziger privater Einzelspender aufgelistet.
Wir grüßen seine Kinder und Kindeskinder und pflegen das Andenken an ihn und seine 2018 verstorbene Frau Ahuva.
